Fragen an den CEO – 2

4 Kommentare zu Fragen an den CEO – 2

Hat MetrioPharm Konkurrenz?

Dr. Wolfgang Brysch

Dr. Wolfgang Brysch

Wenn ich diese Frage gestellt bekomme – was oft passiert – dann antworte ich in der Regel: ›Ja, MetrioPharm hat Konkurrenz. Und andererseits nein, MetrioPharm hat keine Konkurrenz.‹

Denn einerseits gibt es schon heute zugelassene Medikamente gegen chronische Entzündungserkrankungen, mit ihnen wird unser MP1032 konkurrieren. Andererseits wird MP1032 nicht mit ihnen konkurrieren müssen und das hat mit einer Besonderheit unsers Wirkstoffkandidaten zu tun:

MP1032 wirkt so sicher, dass wir es für den Einsatz in der  frühen Intervention entwickeln. Patienten sollen es schon bei den ersten Anzeichen einer chronischen Entzündungserkrankung einnehmen können – möglichst bevor die Erkrankung weiter fortschreitet und zu einer lebensverändernden Belastung wird. In unserer Leit-Indikation Psoriasis zum Beispiel ist für frühe Formen bis heute ist noch keine systemische, krankheitsmodifizierende Therapie zugelassen. MetrioPharm wird damit Neuland betreten.

Die Mehrzahl der Patienten können und wollen mit den verfügbaren Medikamenten nicht frühzeitig therapiert werden. Zu stark sind die Nebenwirkungen und Gesundheitsrisiken bei den derzeit verfügbaren Wirkstoffen. In den frühen Stadien einer chronischen Erkrankung werden daher meist nur die Symptome überdeckt, beispielsweise mit schmerzstillenden Medikamenten bei der Arthritis. Erst wenn die Erkrankung so schwer wird, dass die Symptome schwerer wiegen als die potentiellen Nebenwirkungen einer immun-suppressiven Therapie, haben Patienten heutzutage Zugang zu einer Behandlung, die den Krankheitsverlauf potentiell verlangsamt oder stoppt.

Mittlerweile ist durchaus Bewegung in das Forschungsfeld gekommen: auch grosse Pharmaunternehmen haben eine intensive Suche nach Wirkstoffen für die frühe Intervention begonnen. Auch sie wollen chronische Entzündungserkrankungen ohne schwere Nebenwirkungen behandeln. Dieses Interesse der Grossen zeigt uns, dass wir den Markt richtig einschätzen. Es validiert unsere Strategie. Aber kann es für uns auch zum Problem werden?

Was, wenn die Forschungslabore eines grossen Herstellers schon morgen einen idealen Wirkstoffkandidaten ausspucken würden?

Nach vielen Jahren in der Medikamentenentwicklung macht mir diese Aussicht wenig Sorgen. Das liegt an den Spezifika der Pharmaentwicklung. Ein neues Smartphone zum Beispiel kann ein globales Technologieunternehmen in weniger als einem Jahr auf den Markt bringen. Die Prüfphasen für ein neues Medikament aber sind gesetzlich streng reguliert und können auch mit viel Geld kaum beschleunigt werden.

Mittlerweile hat MetrioPharm zehn Jahre Vorsprung auf dem Weg zur frühen Intervention. Selbst mit unbegrenztem Kapital liessen sich die letzten acht Jahre dieser Entwicklung nicht mehr einholen. Man könnte also sagen: die aktuelle Konkurrenzsituation ist aus MetrioPharms Sicht ideal.

4 responses to “Fragen an den CEO – 2

  1. Rolf Kühne

    Die Hoffnung stirbt zuletzt,
    Ich halte Aktien ihres Unternehmens seit 10 Jahren, habe für meine Verhältnisse viel Geld investiert und der Kurs stürzte ab . Meine Frage : Wie ist die realistische Chance in den nächsten Jahren eine signifikante Wertsteigerung zu erreichen ?

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    1. Eva Brysch, MetrioPharm AG

      Lieber Herr Kühne
      Neue Aktien der MetrioPharm AG werden zurzeit zu 1,20 CHF gezeichnet. Damit konnten wir bereits eine signifikante Wertsteigerung seit MetrioPharms Delisting im Jahr 2012 realisieren. Zum zukünftigen Wert unserer Aktie, kann und darf ich Ihnen allerdings keine Auskunft geben. Aber allgemein gültig ist sicherlich die Erkenntnis, dass der Wert unserer Aktie steigen wird, wenn die Ergebnisse unserer klinischen Phasen weiterhin positiv verlaufen (vice versa). Der nächste Meilenstein für eine mögliche Wertentwicklung ist daher der Abschluss unserer laufenden Phase-II-Studie. Hier erwarten wir Topline-Ergebnisse im ersten Quartal 2019.
      Beste Grüsse
      Eva Brysch, MetrioPharm AG
      Manager Investor Relations & Corporate Communications

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      1. Sigurd Osewald

        Liebe Frau Brysch,

        auch für mich als, trotz erheblicher Buchverluste, langjähriger Kleinaktionär stellt sich die Frage nach dem Wert immer wieder. Es wäre schön, wenn die 1,20 SFR im Depot auch so erscheinen würde. Dort steht aber leider eine 0, obwohl ich bei der letzten Ausgabe weitere Aktien für 0,90 SFR je Stück erworben habe.
        Ein zwischenzeitliches Verkaufsangebot von mir fand einen Interessenten für 0,50 SFR.
        Ich habe nicht verkauft. Meine Bank lässt sich jedoch in keiner Weise auf eine Bewertung ein, da die Aktie delistet ist. Also bleibt letztlich doch nur die Hoffnung, erst recht, wenn man nur ein einziges „Pferd im Stall“ stehen hat. Falls Ihr Präparat auch das Pferd gegen Krankheiten schützt, werde ich sicher bis zum „Aufgalopp“ durchhalten!

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        1. Eva Brysch, Investor Relations Managerin, MetrioPharm

          Lieber Herr Osewald
          Wir planen derzeit nicht, unser Medikament auch für die Tiermedizin zuzulassen. Das MetrioPharm-Team arbeitet allerdings mit Hochdruck daran, den Reiter zukünftigen gegen Krankheiten zu schützen, so dass einem „Aufgalopp“ in Zukunft nichts entgegenstehen sollte. Ich freue mich, dass Sie uns trotz des Delistings so viele Jahre die Treue gehalten haben. Leider wurde mit dem Delisting des Unternehmens aufgrund der Schließung des First Quotation Boards im Dezember 2012 durch die Deutsche Börse AG eine fortlaufende Kursschreibung eingestellt weswegen einige Banken, die Aktie mit 0 in ihren Depots hinterlegen. Die MetrioPharm AG lässt sich daher über eine Rückkehr an eine öffentliche Börse laufend beraten. Sobald es hierzu konkrete Pläne gibt, werden wir alle unsere Aktionäre zeitgleich darüber informieren.
          Beste Grüsse
          Eva Brysch

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