Fragen an den CEO – 5

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Wie sicher ist MP1032? Und warum ist uns das so wichtig?

Dr. Wolfgang Brysch
Dr. Wolfgang Brysch

Unsere klinische Phase-II-Studie in Psoriasis nähert sich ihrem Ende. Und uns beschäftigt besonders eine Frage: Bestätigt sich das gute Sicherheitsprofil aus unseren vorausgegangenen Studien? Kein Mensch möchte vermeidbare Nebenwirkungen. Aber ist es wirklich sinnvoll, dass wir bei der Entwicklung von MP1032 so viel Wert auf ein gutes Sicherheitsprofil legen? 

Als ich anfing in der medizinischen Forschung zu arbeiten, hatten meine Kollegen und ich ein anderes Ziel: maximale Wirksamkeit. Wir wollten Medikamente finden, die von der Petrischale bis zum Patienten möglichst starke biologische Effekte entfalten. Alle Entwickler haben damals so gedacht und geforscht; an Universitäten, in Unternehmen, oder in meinem Fall am Max-Planck-Institut. Darüber, dass diese Denkweise eine Schattenseite hat – starke Wirkung geht oft mit starker Nebenwirkung einher – machten wir uns kaum Gedanken. 

Die Konsequenzen sehen wir bis heute. In den letzten dreißig Jahren sind viele hochwirksame Medikamente auf den Markt gekommen. Aber immer weniger Menschen können damit behandelt werden. Die Nebenwirkungen sind meistens so stark, dass sie nur Erkrankten im fortgeschrittenen Stadium gegeben werden. Wer leicht erkrankt ist, muss warten, bis die tatsächlichen Beschwerden schlimmer werden, als die drohenden Nebenwirkungen. Dann steht die unschöne Abwägung an, welches der zwei Übel schwerer wiegt. Meistens muss man es  mittels Trial und Error herausfinden. 

Diese Strategie, von immer mehr Spezialpharmazeutika mit maximaler medizinischer Potenz, hat auch Folgen für unsere Gesundheitssysteme. Immer kleinere Patientengruppen müssen die Entwicklung der neuen Medikamente finanzieren. Für sie werden die Therapien zwangsläufig teurer. Wachstum ist in unserer Branche oft nur noch bei den Preisen möglich. So sind die Kostenträger, die Krankenkassen und Patienten, langsam aber sicher an den Rand ihrer Belastbarkeit geraten.

All das könnte dazu geführt haben, dass gerade ein Umdenken stattfindet. Wenn ich vor dreißig Jahren Gespräche mit möglichen Pharmapartnern geführt hätte – sie hätten mich vor allem zur pharmakologischen Potenz, also zur Wirksamkeit, von MP1032 befragt. 

Heute drehen sich die Gespräche fast immer um etwas anderes: um unseren Wirkmechanismus. Um die selbstregulierende Wirkweise von MP1032 und die daraus resultierende Sicherheit für Patienten. 

Hier zeigt sich, dass viele Experten unsere Einschätzung teilen: Über unseren Erfolg im riesigen Segment der Behandlung beginnender und mittelschwerer Krankheitsstadien, wird vor allem die Sicherheit von MP1032 entscheiden. Denn wirksame Therapien gegen chronische Entzündungen gibt es schon heute. Und obwohl MP1032 von der Präklinik bis zu unserer explorativen Phase IIa Studie überzeugende Wirksamkeit gezeigt hat – vor allem im Bereich von Sicherheit,  und weniger Nebenwirkungen könnten wir einen echten Durchbruch erzielen.

Bisher haben alle Studien unsere Annahmen zur Sicherheit von MP1032 bestätigt. Und auch bei der aktuellen Studie in der Indikation Psoriasis deuten unsere bisherigen Beobachtungen genau in diese Richtung. Die kommenden Ergebnisse erwarten wir mit Spannung. Und einer guten Portion Optimismus.

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