Der Weg in den Markt

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Ein Gespräch mit dem neuen MetrioPharm CFO Sven Zimmermann

Sven Zimmermann, Chief Financial Officer der MetrioPharm AG

Sie arbeiten seit mehr als fünfzehn Jahren im Bereich Life Science und Healthcare. Was macht den besonderen Reiz dieser Arbeit aus?

Der Sektor hat seine eigenen besonderen Herausforderungen. Einerseits sind die Kosten für eine Medikamentenentwicklung signifikant und die Entwicklung selbst ist hoch reguliert. Andererseits kann man trotzdem mit einem kleinen, fokussierten Team einen entscheidenden Unterschied machen. Einen Beitrag zur Entwicklung eines Medikaments zu leisten ist erfüllend für alle Beteiligten, und ich persönlich empfinde sie auch als ethisch sinnvoll.

Sie haben das MetrioPharm Team bereits kennengelernt. Wie ist ihr Eindruck?

Mein erster Eindruck ist rundum positiv. In Präklinik, Klinik und beim Verständnis des Wirkmechanismus: In allen wichtigen Entwicklungsschritten hat das Team es beeindruckend weit geschafft. Ich denke, dass die zur Verfügung stehenden Mittel bisher sehr effizient genutzt wurden. Für eine solche Entwicklungsstrategie braucht es ein Team mit der richtigen Grösse und der passenden Zusammensetzung. MetrioPharm hat hier offensichtlich eine gute Mischung gefunden.

Haben Sie schon einige unserer Aktionäre getroffen?

Ja, einige kenne ich bereits persönlich. Ich freue mich darauf in Zukunft noch mehr von ihnen kennenzulernen und zuzuhören, welche Erwartungen sie an uns haben. Das wird ein wichtiger Teil meiner Arbeit bei MetrioPharm sein – ein intellektuell besonders reizvoller Teil ausserdem. Ich schätze die Investoren im Healthcare Sektor als ausserordentlich qualifizierte, anspruchsvolle Diskussionspartner.

Wie bewerten Sie die aktuelle Positionierung der MetrioPharm AG als unabhängiger Entwickler auf dem Pharmamarkt?

Heute werden Medikamente zunehmend für immer kleinere Patientenpopulationen entwickelt. Die Industrie kann dies dann nur durch Hochpreisstrategien rentabel machen. Es scheint in Zukunft immer schwerer zu werden, auf dem Markt eine kritische Patientenmasse zu erreichen. MetrioPharm hat sich ganz bewusst entschieden, auf einen eher breiten Markt abzuzielen. Das halte ich für einen sehr guten und kommerziell vielversprechenden Ansatz. Zumal MP1032 in verschiedensten entzündungsbasierten Indikationen eingesetzt werden könnte.

Der Wirkstoffkandidat MP1032 hat also Potential für mehrere Indikationen entwickelt zu werden?

Ich denke eindeutig: ja. Die Einsatzmöglichkeiten der Substanz gehen definitiv über Psoriasis oder zum Beispiel auch Arthritis hinaus. In vielen Therapieansätzen könnte MP1032 beim Übergang zwischen generischen first-line Therapien und sehr viel teureren Biologika eine wichtige Rolle spielen. Da gibt es ganz klar eine Nische aber diese „Nische“ könnte sehr signifikant sein.

Im Grunde genommen wären es sogar mehrere Nischen?

Richtig, und jede dieser Nischen stellt jeweils spezifische Anforderungen an einen Entwickler. Wir sollten MetrioPharm also so positionieren, dass das Unternehmen optimal an der Erschliessung dieser verschiedenen Indikationen partizipieren kann. Das Potential dafür existiert definitiv.

Wie soll diese Entwicklung konkret aussehen? Sie haben als CFO bereits erfolgreiche Börsengänge begleitet. Wäre MetrioPharm in ihrer Einschätzung ein geeigneter Kandidat für diesen Schritt?

Aus Sicht des Unternehmens sollte ein IPO, also ein Börsengang, natürlich nie ein Selbstzweck sein, sondern die Fortschreibung einer zukunftsorientierten Strategie. Dafür braucht es eine langfristige Pipeline, das ist bei MetrioPharm allein durch die lange Liste der Zielindikationen für MP1032 schon mal gegeben. Aber der Zeitpunkt muss gut gewählt und sorgfältig vorbereitet sein. Manche Unternehmen setzen den IPO mittlerweile sehr früh an, in der klinischen Phase I oder sogar in der Präklinik. Das sieht beeindruckend aus, aber die Frage ist natürlich: Erreicht man so auch wirklich das beste Liquiditätsevent für die Aktionäre?

Können Sie schon sagen, was ein guter Zeitpunkt für MetrioPharm wäre?

Würde ich jetzt sofort ein Zeitfenster ankündigen, würde ich unserer Strategiefindung vorgreifen. Aber auf die Frage, ob wir uns auf diese Möglichkeit vorbereiten werden, kann ich sagen: absolut und so bald wie möglich. Wenn wir die internen Prozesse entsprechend vorbereiten, wird uns das auf jeden Fall zugutekommen. Sowohl bei einer Finanzierung als auch bei einer Transaktion mit einem möglichen Partner und erst recht bei einem möglichen IPO. Egal, wie es weitergeht, das ist keine verlorene Zeit und wird uns in jedem Szenario zu Gute kommen.


Sven Zimmermann ist promovierter Molekularbiologe und arbeitete zunächst als Analyst für den europäischen Biotech Sektor bei der UBS in Zürich und London. Er hat umfassende Erfahrung in den Bereichen Corporate Finance und Kapitalbeschaffung gesammelt und bei fünf erfolgreichen Exits mitgewirkt. Zuletzt begleitete er als CFO den Verkauf des Hauptassets der Novimmune SA für CHF 515 Millionen an die schwedische Sobi AB.

Im Jahr 2010 mitverantwortete er den Verkauf der PregLem SA für CHF 445 Millionen an die ungarische Gedeon Richter und 2014 den IPO der Auris Medical AG an der US-Amerikanischen NASDAQ. Als Mitglied des Verwaltungsrats der Aimago AG und der Epiontis GmbH war er ebenfalls an diesen Unternehmensverkäufen beteiligt.

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